Was hilft bei Scheidentrockenheit in den Wechseljahren?
Velmena RedaktionsteamScheidentrockenheit ist eines der bekanntesten Symptome in den Wechseljahren, doch kaum eine Frau weiß, welche langfristigen Folgen dieses Problem unbehandelt haben kann. Neben der Rückbildung und Vernarbung der Geschlechtsorgane steht auch die Gesundheit von Blase und Harnwegen auf dem Spiel. Scheidentrockenheit in den Wechseljahren sollte deshalb nicht auf die leichte Schulter genommen, sondern gestoppt und wenn möglich auch rückgängig gemacht werden.
Dein Fahrplan gegen Scheidentrockenheit und zu einer beschwerdefreien Intimgesundheit
Die Ursache ist bei Frauen in den Wechseljahren in der Regel der Rückgang des Hormons Östrogen. Da der gesamte Urogenitaltrakt – also die weiblichen Geschlechtsorgane, Blase und Harnwege – über sehr viele Östrogenrezeptoren verfügen, macht sich hier der Östrogenmangel besonders bemerkbar. Das Gewebe verdünnt sich, verliert Feuchtigkeit und Elastizität. Die Schleimhaut wird dünner und damit verletzungsanfälliger. Kleine Risse können zu Vernarbungen führen , die letztendlich zur einer regelrechten Rückbildung der äußeren Geschlechtsorgane führen können. Die räumliche Nähe zu den Harnwegen und der Blase führt auch dort schnell zu Problemen. Die guten Laktobazillen finden keine Nahrung mehr, weil in den Wechseljahren weniger Glykogen zur Verfügung steht. Damit entfällt eine wichtige Schutzbarriere, der pH-Wert steigt und bietet schädliche Bakterien gute Lebensbedingungen. Dadurch kommt es in den Wechseljahren deutlich häufiger zu Blasenentzündungen, was später zu Inkontinenz führen kann. Die zunehmende Schwächung des Bindegewebes kann die Ursache sein, dass die Harnröhre nicht mehr ganz sicher schließt und es beim Husten oder beim Sport zu kleinen „Malheuren“ kommt. All dem beugt eine rechtzeitige Behandlung der Scheidentrockenheit vor. Willst du mehr zu den hormonellen Veränderungen in den Wechseljahrenerfahren, lies hier weiter.

Helfen Hausmittel bei Scheidentrockenheit?
Viele Frauen suchen natürliche Lösungen, doch die Intimschleimhaut ist kein normales Hautgewebe, sondern ein hochsensibles Ökosystem.
1. Pflanzliche Öle
Besonders hochwertiges kaltgepresstes Bio-Kokosöl wird oft als natürliches Gleitmittel und zur Pflege des Intimbereichs empfohlen und auch genutzt. Es ist frei von chemischen Zusätzen und wirkt auch leicht antibakteriell. Ihm fehlen allerdings die für die Schleinhaut wichtigen pH-regulierenden Stoffe. Eine Studie konnte zudem zeigen, dass Öle die Haut zwar kurzfristig weich machen, aber die Lipidbarriere langfristig stören, wenn sie nicht im richtigen Verhältnis zu den hauteigenen Fetten stehen. Öle versiegeln nur die Oberfläche, es fehlt jedoch die Feuchtigkeit im Gewebe. Quelle: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/22995032/
2. Sitzbäder mit Eichenrinde oder Kamille
Bei kleinen Rissen oder Verletzungen kann Eichenrinde die Heilung fördern. Auch Kamille wirkt beruhigend bei Entzündungen. Allerdings sollten Sitzbäder nicht länger als 10-15 Minuten dauern, weil sie sonst die Schleimhaut weiter austrocknen. Sie helfen bei Irritationen oder kleinen Verletzungen, allerdings nicht gegen eine hormonell bedingte Scheidentrockenheit.
3. Tampons mit Naturjoghurt – das wohl bekannteste Hausmittel bei Scheidentrockenheit
Diese Kombination ist als klassisches Hausmittel zu Wiederherstellung der Vaginalflora bekannt. Die enthaltenen Milchsäurebakterien sollen den pH-Wert senken. Allerdings enthält Speisejoghurt oft Zuckerarten und auch Bakterienstämme, die nicht in die Vagina gehören. Das kann wiederrum Hefepilzinfektionen fördern.
Eine bessere Lösung sind Milchsäurezäpfchen oder Kaspeln, die exakt die Milchsäurestämme enthalten, die das vaginale Ökosystem schützen können.

Hausmittel können Symptome kurzfristig lindern, beheben aber nicht die eigentliche Ursache der Scheidentrockenheit – den Zellschwund durch Hormonmangel.
👉 Erfahre hier mehr über die Ursache von Scheidentrockenheit.
Welche Cremes eignen sich bei / für / gegen Scheidentrockenheit?
Schluss mit Trockenheit: Das Thema ist oft noch ein Tabu, obwohl sehr viele Frauen davon betroffen sind. Brennen, jucken, ein unangenehmes Spannungsgefühl oder Schmerzen beim Geschlechtsverkehr können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Die gute Nachricht ist aber: Es gibt wirksame Hilfe. Spezielle Feuchtigkeitscremes und Gele können der Haut im Intimbereich Feuchtigkeit und Fette zurückgeben. Doch welche Creme ist die richtige. Hier ist ein Überblick über verschiedene Optionen:
1. Hormonelle Cremes
Diese sind rezeptpflichtig und können nur durch Ärzte oder ggfs. durch Heilpraktiker verschrieben werden. Sie enthalten Östrogen und helfen direkt gegen die Ursache des Östrogenmangel.
2. Hormonfreie Feuchtigkeitscremes
Diese sind frei verkäuflich und auch in Apotheken erhältlich. Sie führen der Haut Fett und Feuchtigkeit zu, lindern die Symptome und pflegen die Schleimhaut. Phytoöstrogene aus Pflanzen können hier eine sehr gute Wirkung erzielen. So basiert Bella Mucosa u.a. auf Yams, Traubensilberkerze, Madonnenlilie, Frauenmantel und Rotklee.

Wichtig für die erfolgreiche Anwendung ist, dass die Cremes regelmäßig angewendet werden und nicht erst, wenn es schon brennt. Die regelmäßige Pflege des Intimbereichs sollte zur täglichen Routine werden, wenn Frauen die 50 überschreiten, um einer Rückbildung der Vagina und Inkontinenz vorzubeugen.
Ebenfalls wichtig ist es, auf die Inhaltsstoffe zu achten. Produkte mit Hyaluronsäure oder Milchsäurebakterien eignen sich ebenfalls für den Schutz der Schleimhäute. Wer eine Creme für Scheidentrockenheit sucht, kann es auch mit der Intimpflege von Ohtastic probieren, die neben Vitamin E, Hyaluronsäure und Lactobazillen enthält.

Bei Trockenheit am Scheideneingang helfen fettreiche Salben übrigens oft besser als leichte Gele.
Was hilft noch bei Scheidentrockenheit?
Die Feuchtigkeit der Schleimhäute hängt auch von der Versorgung unserer Körpers mit ausreichend Flüssigkeit zusammen. Deshalb ist es ganz wichtig, ausreichend zu trinken, vor allem Wasser. Es klingt simpel, ist aber wissenschaftlich belegt: Wer zu wenig Wasser trinkt, trocknet aus und darunter leiden besonders die Schleimhäute.
Ebenfalls hilfreich ist eine gute Versorgung des Körpers mit Omega-3-Fettsäuren. Diese wichtigen gesunden Fettsäuren (z.B. in Leinöl, Algenöl, Fisch oder Walnüssen) helfen dem Körper, die Barrierefunktion der Haut von innen heraus zu stärken.

Grundsätzlich sollten Beschwerden, die länger anhalten, mit der Gynäkologin oder dem Gynäkologen abgeklärt werden, um andere Ursachen auszuschließen und langfristige Folgeschäden im Urogenitaltrakt zu vermeiden.
Fazit
Hausmittel sollten bestenfalls ein Ergänzung sein. Für eine echte Geweberegeneration und den Schutz vor Blasenerkrankungen ist eine gezielte Pflege mit pH-angepassten Inhaltsstoffen unerlässlich.
Die North American Menopause Society hat in einer Meta-Analyse verschiedene Behandlungen verglichen: Wasserbasierte, pH-optimierte Feuchtigkeitsmittel sind bei der Behandlung von athrophischem Gewebe der Vagina wirksamer als einfache Hausmittel, weil sie den pH-Wert stabilisieren und so das Wachstum von Laktobazillen fördern, die wiederrum vor Blasenentzündungen schützen.