Schwitzen & Hitzewallungen in den Wechseljahren
Velmena RedaktionsteamHitzewallungen sind das Leitsymptom in den Wechseljahren und sind den meisten Frauen auch bekannt. Sie treten oft von heute auf morgen auf und können Frauen tagsüber und nachts das Leben schwer machen. 10-20 Hitzewallungen pro Tag sind nicht ungewöhnlich. Für die Betroffenen sind Hitzewallungen oft sehr unangenehm, weil die starke Hitze zu starkem Schwitzen führt und nicht wenige anschließend von einer Kältewelle überrollt werden. Besonders belastend ist es, wenn auf jede Hitzewallung Schüttelfrost folgt. Sie kommen ohne Ankündigung und oft in unpassenden Momenten und können Meetings, Umkleidekabinen oder wichtige Termine zu regelrechten Torturen machen. Hier kommst du direkt zu unserem Artikel: 5 Dinge, die bei Hitzewallungen unterstützen können
Wann treten Hitzewallungen in den Wechseljahren auf?
Hitzewallungen treten besonders stark in der Perimenopause auf. Die beginnt mit ca. 45 Jahren und dauert 12 Monate nach der letzten Regelblutung. Auch die frühe Postmenopause nach der letzten Periode ist oft noch von Hitzewallungen begleitet. Mehr zu den Phasen der Wechseljahre und zum hormonellen Wandel findest du hier.
In der Perimenopause findet nur noch sehr unregelmäßig ein Eisprung statt, und die Progesteron- und Östrogenproduktion nimmt stark ab. Es entsteht ein hormonelles Ungleichgewicht, das großen Einfluss auf Körper und Psyche hat. Hitzewallungen treten oft in Kombination mit anderen Wechseljahressymptomen wie Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen auf. Neben dem schwankenden Östrogenspiegel können auch Stress oder Blutzuckerschwankungen zu Hitzewallungen führen.

Grafik: Hormonverlauf von Östrogen und Progesteron in den Wechseljahren
Plötzlich auftretende Hitzewallungen gleichen einem Fieberschub, der vom Oberkörper in den Kopf steigt und bei manchen Frauen nur wenige Minuten anhält, bei anderen hingegen bis zu 30 Minuten dauern kann. Das ist aber eher selten. Manche Frauen haben Hitzewallungen nach dem Essen, andere schwitzen schon bei der kleinsten Anstrengung. Besonders nächtliche Hitzewallungen stören den Schlaf erheblich und Frauen fühlen sich morgens erschöpft und unausgeruht.
Warum schwitzt man in den Wechseljahren?
Unser Weiblichkeitshormon Östrogen bindet sich an Rezeptoren in unserem gesamten Körper. Deshalb sind die Symptome in den Wechseljahren buchstäblich von Kopf bis Fuß spürbar. Sehr viele Östrogenrezeptoren befinden sich auch im Gehirn. Wenn der Östrogenspiegel stark schwankt und dann dauerhaft steil abfällt, kommt viel weniger Östrogen ins Gehirn, die Rezeptoren werden nicht mehr in dieser Menge benötigt und bilden sich zurück. Das beeinflusst auch die Regionen im Gehirn, die für die Thermoregulation, also für unsere Körpertemperatur, zuständig sind. Es wird vermutet, dass die normale Körpertemperatur als zu heiß empfunden wird und dadurch eine Hitzewallung ausgelöst wird, um die vermeintlich zu hohe Temperatur auszuschwitzen und den Körper so zu schützen. Das kann anschließend bei einigen Frauen auch zu Schüttelfrost oder Kälteschauern führen, da die Körpertemperatur gedrosselt wird.

Grafik: Warum entstehen Hitzewallungen?
Was passiert bei einer Hitzewallung bei Frauen in den Wechseljahren?
Es entsteht plötzlich ein sehr intensives Wärmegefühl im Oberkörper, weil sich die Gefäße weiten. Bei den meisten Frauen steigt die Hitze direkt in den Kopf, wobei der warm und rot wird. Dann beginnt der Körper stark zu schwitzen, besonders am Kopf und am Oberkörper. Manchmal ist auch die Kopfhaut stark betroffen, sodass die Haare regelrecht nass werden. Dazu kommt, dass das Herz-Kreislauf-System in Fahrt gerät und das Herz schneller schlägt. Frauen sind Hitzewallungen jedoch nicht ausgesetzt und können aktiv etwas zur Eindämmung tun. Neben Lebensstiländerungen gibt es auch aus der Naturheilkunde eine ganze Reihe pflanzlicher Helfer. Mehr erfahren
Was hilft gegen bzw. bei Hitzewallungen in den Wechseljahren? Welche Mittel gibt es?
Die Auslöser können tatsächlich vielfältig sein; deshalb sind auch mögliche Maßnahmen zur Bekämpfung von Hitzewallungen in den Wechseljahren ganzheitlich zu betrachten. Sehr gute Tipps für die Hormonbalance ab 40 gibt es im gleichnamigen Buch von Rabea Kieß.

Grafik: Hormonbalance ab 40 von Rabea Kieß
Frauen, die ein Medikament gegen Hitzewallungen suchen, sollten mit der Gynäkologin besprechen, ob eine Hormonersatztherapie die richtige Maßnahme ist. Es gibt auch eine ganze Reihe gut untersuchter Heilpflanzen, die bei Hitzewallungen begleiten können.
Bewegung reguliert die Hormone!
Es ist wichtig zu wissen, dass Bewegung hormonausgleichend wirkt. Es ist nachgewiesen, dass körperliches Training die Anzahl der Hitzewallungen senkt. Dazu muss man nicht unbedingt ins Fitnessstudio gehen. Ein strammer Spaziergang, eine längere Fahrradtour und Yoga oder Kraftübungen auf der heimischen Matte reichen ebenfalls aus. Das aber regelmäßig. Ein passendes Trainingsbuch für Frauen (und auch Männer) ab 50 Jahren bietet fundierte Anleitungen und geeignete Übungen.

Grafik: Körperliches Training ist wichtig bei Hitzewallungen
Du möchtest konkrete Ansätze gegen Schwitzen und Hitzewallungen kennenlernen?
Neben Bewegung und Stressregulation gibt es weitere alltagstaugliche Strategien, die viele Frauen als unterstützend empfinden. Wir haben fünf praktische Ansätze zusammengestellt, die dich dabei begleiten können, dein Temperaturgefühl besser zu regulieren und deinen Alltag entspannter zu gestalten.
👉 Hier findest du unsere Übersicht: 5 Dinge, die bei Hitzewallungen unterstützen können